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Der Huygensplatz

Am 01.01.1910 war Möckern nach Leipzig eingemeindet worden. Als 1911 die Gärtnerei Wagner ihren Betrieb einstellte, griff die Leipziger Stadtverwaltung schnell zu, um den 1905 nach vielen Mühen beschlossenen Bebauungsplan für das Gebiet zwischen der jetzigen Georg-Schumann-Straße und der Eisenbahnstrecke auch für diesen Abschnitt zu realisieren.

Der neben der späteren Georg-Schumann-Kaserne vorgesehene Platz wurde eingerichtet und begrünt. Wegen der benachbarten Huygensstraße bürgerte sich für diese Fläche die Bezeichnung Huygensplatz ein – ein amtlicher Name wurde bis heute nicht vergeben. Bald schon nutzte die Leipziger Straßenbahn den Platz als Wendeschleife.

1925 sagte die Energie AG, die damals für die Stromversorgung in Leipzig zuständig war, die ersten Stromhausanschlüsse zu. Dazu wurden zeitnah die notwendigen Trafogebäude unter einem gemeinsamen Dach errichtet. Im Laufe der Jahre kamen ein Aufenthaltsgebäude für das Fahrpersonal, eine Telefonzelle und eine „Rufsäule“ für den benachbarten Taxistand hinzu.

Nach 1990 wurde der Platz von geschäftstüchtigen Händlern entdeckt. Neben einem Stand mit Zeitungen und Tabakwaren etablierte sich eine munter frequentierte Gastronomie, die auch einen Freisitz betrieb.

Auf die Fotos tippen/klicken, um sie in einer vergrößerten Darstellung mit Beschreibung zu öffnen.

1996 gab es erste Überlegungen zur Umgestaltung des Platzes. Die Baulichkeiten wurden abgerissen, eine Grünfläche entstand.

2009 startete das Projekt zur Revitalisierung der Georg-Schumann-Straße mit einem aufwendigen Magistralenmanagement und Schaffung einer „Perlenschnur“ entlang der Straße. Als eine dieser Perlen war der Huygensplatz vorgesehen. Den Auftakt bildete im gleichen Jahr ein Adventsfest unter Leitung des Bürgervereins Möckern-Wahren e.V., das mit großem Aufwand und viel Erfolg über die Bühne ging. Weitere Veranstaltungen folgten.

2010 wurde mit gelben Markiersteinen die geplante Vergrößerung des Huygensplatzes vorgestellt. Hier sollte künftig lebhaftes, buntes Treiben herrschen. Der Aufbau eines einige Meter hohen großen „H“ kündete von dem Vorhaben.

2013 erfolgte die Pflasterung des großen Platzes mit Natursteinpflaster, Bäume wurden gepflanzt und Sitzbänke errichtet. Doch wegen dieser steinernen Bänke wurden schon bald ernste Kritiken laut.

Im Frühjahr 2014 starteten die ersten Wochenmärkte, aber die anfangs zahlreich angereisten Händler zogen sich bald wieder zurück, weil der Umsatz zu gering war. Nach einiger Zeit wurden die Märkte abgesagt.

Der geplante gesellige Treffpunkt „Huygensplatz“ ist ein Wunschtraum geblieben.

Text: Ulrike Kohlwagen