Hof Igelgasse, das Jahr der Schafe in Wahren: Ostern – der Beginn des Lebens

Wann beginnt nun eigentlich das Leben eines Individuums? Mit der Geburt oder mit seiner Zeugung?
Hier im Viadukt legen wir den Beginn ihres Lebens auf die Geburt der Lämmer fest und werden dann in jedem Heft von den Entwicklungen berichten, die unsere Tiere genommen haben. Damit es für die jungen Lesenden noch interessanter wird, laden wir die Kinder ein, für die Lämmer Namen zu suchen und wer gewinnt, darf „sein“ Lämmchen auch besuchen. Doch zuerst müssen diese ja erst auf die Welt kommen!
Die Entwicklung eines Schafes von seiner Zeugung bis zur Geburt dauert 5 Monate. Möchten wir zu Ostern Lämmer haben, schauen wir zuerst in den Kalender, auf welchen Tag der Ostersonntag fällt. Dessen Datum ist auf den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach dem Frühlingsbeginn am 21. März festgelegt, in diesem Jahr also der 5. April 2026. Nun rechnen wir grob 5 Monate und eine Woche zurück, denn zum Festtag sollen sie ganz sicher bereits geboren sein. Vorsichtshalber rechnen wir nun noch 3 Wochen dazu, falls ein Schaf nicht sofort aufnahmebereit ist, so kann es noch etwa 21 Tage dauern, bis es sicher gedeckt ist.
Im letzten Jahr haben wir die Böcke zu den dafür ausgewählten Schafen am 14. Oktober gegeben. Ab dem 14. März wird es dann spannend: wann überraschen uns unsere Schafe mit dem niedlichen Blöken von winzigen Schäfchen? Mehrmals am Tag schauen wir nach den Tieren, denn obwohl unsere Schafrasse sehr robust ist, kann es trotzdem zu Komplikationen bei der Geburt kommen. Und dann sind da noch die vielen Gefahren: Füchse, Rabenvögel, unvernünftige Menschen…Wir müssen aufmerksam sein!
Im Hof Igelgasse züchten wir die kleinsten nordeuropäischen Schafe. Eigentlich sind sie aber ganz normal groß, so groß wie die Wildschafe, von denen sie im Laufe von Jahrhunderten heraus gezüchtet wurden. Später war es den Menschen dann wichtig, immer größere Schafe zu nutzen, für immer mehr Fleisch und mit möglichst feiner Wolle. Wir aber möchten Schafe halten, die auf unserer mageren Streuobstwiese satt werden und die durch ihre Wolle so geschützt sind, dass sie bei Wind und Wetter draußen unterwegs sein können. Denn unsere Skudden, so heißt die Schafrasse, haben die Aufgabe, die Obstbäume frei zu halten von hohem Gras und anderem Aufwuchs,wie zum Beispiel Brombeerpflanzen, die so hoch wachsen können, dass sie die Obstbäume überwuchern und sogar ersticken können. Die Skudden sind also unsere Helfer beim Schutz der Streuobstwiese an der Pittlerstraße in Wahren.
Wer nun zu Ostern oder danach einen Osterspaziergang unternimmt, kann in der Pittlerstraße lauschen, wo das Blö ken von Schafen und Lämmern zu finden ist und am Zaun dem lustigen Treiben zuschauen. Aber bitte bitte bitte: nicht Füttern! Auch wenn es gut gemeint ist, durch das falsche Futter und durch falsche Mengen an Futter können die Tiere schwer erkranken. Unsere Tiere bekommen ausreichendes artgerechtes Futter!
Nun wünschen wir viel Freude beim Beobachten und viel Glück bei den Namensvorschlägen, die im Büro des Bürgervereins zusammen mit einem Bild des jeweiligen Tieres abgegeben oder in den Briefkasten eingeworfen werden können. Die schönsten Vorschläge und Bilder gewinnen einen Besuch auf unserem Hof oder werden im Viadukt veröffentlicht.
Text/Bild: Martina Hardtke